Das Ende des Westens und die Chance für einen neuen Humanismus
14. März – 17:00 – 20:00
Der europäische Kontinent befindet sich in einer tiefen politischen und geistigen Lähmung. Unfähig, die eigene politische, geostrategische und geoökonomische Situation zu begreifen, wird immer häufiger und immer ungezügelter eine selbstzerstörerische Politik betrieben.
Wie ist es dazu gekommen?
Um den Ausweg aus dieser schwierigen Lage zu finden, ist es wichtig, das eigene Gewordensein zu verstehen. Einen Versuch dazu hat der Vortragende Hauke Ritz in seinen beiden jüngsten Büchern „Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas“ sowie „Warum der Weltfrieden von Deutschland abhängt“ unternommen. Dabei rückt für ihn die kulturelle Dimension des Kalten Krieges, dessen langfristige Folgen und damit auch die Geschichte der transatlantischen Beziehungen ins Zentrum. Ohne eine Emanzipation Europas von den USA wird die gegenwärtige Krise nicht überwunden lassen. Obwohl eine Wiederbelebung und erneute Aneignung der europäischen Kulturmerkmale heute fast unmöglich erscheint, wird die Möglichkeit in seinem Vortrag doch greifbar. Es ist paradoxerweise die Tiefe der Verstrickung, die ein Umdenken unumgänglich macht.

Biographie – Dr. Hauke Ritz
Hauke Ritz studierte an der FU und HU Berlin. Seine Doktorarbeit im Fach Philosophie beschäftigt sich mit der philosophischen Deutung der Neuzeit und wurde bereits in mehreren Auflagen veröffentlicht. Nach seiner Dissertation wendete er sich verstärkt Fragen der Außenpolitik und Friedensforschung zu. Dabei stand für ihn der Ost-West-Konflikt im Mittelpunkt, dessen Fortbestehen er als Fehlentwicklung einstufte und seit 2008 im Zuge verschiedener Publikationen und seit 2014 durch regelmäßige Reisen nach Russland und China erforscht. Seit 2014 nimmt er zudem regelmäßig an akademischen Konferenzen in Russland im Bereich der Außenpolitik, Friedensforschung und Philosophie teil. Hauke Ritz hat an der Universität Gießen, der MSU und RGGU in Moskau, der Staatlichen Universität St. Petersburg, Belgoroder Universität für Zusammenarbeit, Wirtschaft und Recht sowie weiteren russischen Universitäten unterrichtet und ist zudem als Verleger tätig. 2022 veröffentlichte er zusammen mit Prof. Ulrike Guérot das Buch „Endspiel Europa“, das ein Bestseller in Deutschland wurde und eine kontroverse Diskussion über das pro und contra der deutschen Unterstützung der Ukraine auslöste. Derzeit leitet er zusammen mit Prof. Ulrike Guérot das European Democracy Lab e.V., das Konzepte für ein postatlantisches und souveränes Europa entwickelt. Im Herbst 2024 ist sein neues Buch „Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas“ erschienen. Am 19. Mai erscheint sein neues Buch „Warum der Weltfrieden von Deutschland abhängt“.
